Arenberg
König Ludwig der Deutsche schenkte 868 den Herrenhof Arenberg dem Frauenstift Herford, was die erste urkundliche Erwähnung von Arenberg war.
Der Hof hieß Overanberg („Ober am Berg“), im Gegensatz zum tiefer im Hang gelegenen „Nieder am Berg“, das heutige Niederberg.
Die Verantwortung für die Bewirtschaftung übertrug das Kloster 1226 einem Maier aus dem Hause von Helfenstein, der die Pacht in Naturalien abführen musste.
Die Herren von Helfenstein erbauten um 1300 die Burg Mühlenbach. Die Familie nannte sich von nun an Ritter von Mühlenbach und es entstand die Reichsherrschaft Mühlenberg, die neben der Pfarrei Arenberg noch
das benachbarte Immendorf und einige Mühlen am Mühlenbach umfasste. Die Burg wurde im Dreißigjährigen Krieg weitgehend zerstört.
Das Kloster Herford verkaufte die Reichsherrschaft Arenberg 1692 an Kurtrier und gehörte von nun an zum Amt Ehrenbreitstein.
Durch den Reichsdeputationshauptschluss kam der Ort kurzzeitig an das Herzogtum Nassau und schließlich durch den Wiener Kongress 1815 an Preußen. Das Amt Ehrenbreitstein wurden 1816 dem Landkreis Koblenz zugeschlagen.
Nachdem Ehrenbreitstein 1937 nach Koblenz eingemeindet wurde, kam Arenberg zunächst an das Amt Vallendar.
Im Jahr 1968 feierte Arenberg sein 1100-jähriges Bestehen. Am 7. Juni 1969 bildete Arenberg zusammen mit dem Nachbarort Immendorf kurzzeitig die Gemeinde Arenberg-Immendorf.
Am 7. November 1970 erfolgte die Auflösung dieser Gemeinde und Arenberg wurde ebenfalls ein Stadtteil von Koblenz.
In den Jahren der französischen Belagerung der Festung Ehrenbreitstein 1795 bis 1799 hatte ein französischer General in Arenberg sein Quartier. In dieser Zeit wurde der Weinbau, der vorher in den Lagen Eselsbach
und Hangarsberg dokumentiert war, zerstört und nach dem Wiener Kongress auch nicht revitalisiert.
Neben der Landwirtschaft und dem Weinbau spielte im 19. und 20. Jahrhundert der Zink- und Bleierzabbau in der Grube Mühlenbach eine wichtige Rolle.
Der Abbau ist seit 1842 urkundlich belegt und wurde mit kurzen Unterbrechungen 1960 ganz aufgegeben.
Mitte des 19. Jahrhunderts verlieh Pfarrer Johann Baptist Kraus Arenberg eine neue Identität als Wallfahrtsort. Die restaurierten Anlagen prägen auch heute wieder die kulturhistorische Bedeutung des Stadtteils, obwohl
der ursprünglich von Pfarrer Kraus beabsichtigte Zweck seit den 1950er Jahren verloren ging.
Arenberg wurde 1901 an das Koblenzer Straßenbahnnetz angeschlossen und ist heute ein Wohnstadtteil von Koblenz.
Am 07.11.1970 wurde Arenberg als Ortsbezirk zusammen mit Immendorf in die Stadt Koblenz eingemeindet.
Sehenwürdigkeiten:
Roter Hahn
Standort:
56077 Koblenz
Koordinaten: 50°22'00.1"N 7°38'31.7"E
Koblenz
