Kloster Kapuziner Orden

Geschichte  |  


Auf persönlichen Wunsch des Trierer Kurfürsten Philipp Christoph von Sötern siedelten sich die Kapuziner 1627 in Coblenz-Ehrenbreitstein an. Am 18. Oktober 1628 wurde der Grundstein zur Erbauung des Klosters gelegt. Der Bau wurde 1629 vollendet und ist den Aposteln Philippus und Jakobus als Schutzpatrone geweiht.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Ehrenbreitstein 1636 samt Kapuzinerkloster verwüstet, da es harte Kömpfe um die oberhalb der Stadt liegende Festung Ehrenbreitstein gab. Der Wiederaufbau erfolgte 1655 unter Kurfürst Karl Kaspar von der Leyen.
Ein Jahr später erhielt das Kloster unter Weihbischof Otto Johann Theodor von Senheim (1633–1662) die Schutzpatrone Franz von Assisi, Karl Borromäus und Apostel Philippus.

Nach der Eroberung durch franz&oouml;sische Revolutionstruppen und der folgenden Säkularisation von Kirche und Kloster kame der LAndbesitzt der Kapuziner im Jahre 1803 zunächst ins Eigentum von Nassau-Weilburg, später dann an das Herzogtum Nassau. Das Kloster wurde am 16. Februar 1813 geräumt und die komplette Inneneinrichtung verkauft.
Preußen übernahm schließlich im Jahr 1815 das Kloster als Teil seiner Rheinprovinz und richtete im Klostergarten ein Zugdepot und eine Kaserne ein. Die Klostergebäude wurden 1860 um den Kreuzgang weitgehend abgerissen.
Die Kapuziner kehrten am 29. Juni 1861 wieder in ihr Kloster nach Ehrenbreitstein zurück und richteten sich in den verbleibenden Gebäuden ein. 1865 verstarb hier Graf Hermann von der Schulenburg (1829–1865), ehemals preußischer Offizier, später Pater Ludovikus OFMCap. Im Kulturkampf mussten die Kapuziner von 1875 bis 1887 erneut das Kloster verlassen. Danach wurden weitere Gebäude zur Klosternutzung angekauft.

Das Kapuzinerkloster wurde 1908 Sitz der Provinzverwaltung der Rheinisch-Westfälischen Ordensprovinz. Die Kapuziner kauften 1930 das benachbarte Konradhaus an und richteten hier für ihre Jugendhilfeeinrichtung Seraphisches Liebeswerk ein Lehrlingsheim ein. Dazu wurde zwischen Konradhaus und Kapuzinerkloster ein Verbindungstrakt errichtet, über dessen Portal bis heute eine Figur von Konrad von Parzham steht.

Bei einem Luftangriff auf Koblenz wurde das Kloster am 25. September 1944 von einer Luftmine getroffen und das Dach beschädigt. Nach der Zerstörung der Heilig-Kreuz-Kirche bei dem Luftangriff vom 31. Dezember 1944 nutzte die Ehrenbreitsteiner Pfarrgemeinde die Klosterkirche für ihre Gottesdienste. Mit der Fertigstellung eines Neubaus 1964 zog die Gemeinde in das neue Kirchengebäude der Heilig-Kreuz-Kirche um.
Wegen der Nähe zum Rhein wurde das Kloster 1740, 1920, 1926, 1970, 1993 und 1995 von einem Hochwasser überflutet.

Aufgrund der Verlegung der Hauptstraße ist das Kloster heute wieder mit einem Vorplatz versehen.




Erstmals erstellt: 3.07.1997 Letzte Änderung:
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